Napoleonofen
Der Anfang des 19. Jahrunhderts war geprägt von den Napoleonischen Kriegen. Die Auseinandersetzung der Franzosen mit den Österreichern belastete unmittelbar die Bevölkerung Zusmarshausens sehr und sie Posthalterei als Verkehrsknotenpunkt diente den hohen Offizieren und Generälen als bevorzugtes Quartier.
Am 5. Oktober 1805 sprengte ein Trupp Reiter mit verhängten Zügeln in den Posthof. Sie verlangten Quartier für einen hohen Gast. Bald raunte man von Haus zu Haus: "Napoleon kommt!. Der Bevölkerung war die Sache nicht geheuer, denn, so sagte man sich, wo Napoleon ist, da ist Krieg. Vom Kaiser lebst bekam man nicht viel zu sehen; seine Kutsche wurde streng bewacht. Der Feldherr schlug hier sein Quartier auf und hat in der Post drei Tage gewohnt. Hier entwarf er auch den Plan für die Schlacht bei Elchingen. Das Zimmer, das der französische Kaiser bewohnte, wurde durch diesen kunstvoll gefertigten Ofen beheizt.
Am 8. Oktober besetzte der General Murat (Napoleons Bruder), von Wertingen kommend den Markt. Bei Elchingen führte der Marschall Ney das Heer der Franzosen, Württemberger, Badener und Bayern gegen das österreichische Heer. Die Schlacht am 18. Oktober brachte Napoleon den Sieg.
Genau 123 Jahre später, im Oktober 1928, fanden sich die Urgroßeltern des heutigen Wirtes und Küchenmeisters Georg Demharter jun., der Gastronom Anton Demharter mit seiner Gattin Kreszenzia und ihr gemeinsamer Sohn Georg Demharter mit seiner Gattin Paula in der "Post" zu Zusmarshausen ein, um die Übergabe des Gasthauses in Wörleschwang notariell zu protokollieren. Bei dieser Gelegenheit erzählte der damalige Posthalter Alois Hafner dem jungen Gastwirtsehepaar, dass er seinen Gasthof mit einer modernen Heizung ausstatten wolle und bot den beiden den oben erwähnten "Napoleon-Ofen" zum Kauf an. Für 50 Reichsmark wechselte das schöne Stück den Besitzer und den Standort von Zusmarshausen nach Wörleschwang.
Seit diesem Tage befindet sich der prächtige Ofen im Familienbesitz demharter. Nach alter Tradition wird er von Generation zu Generation weitergereicht.


